Defekte Module finden, bevor sie Ertrag kosten

Eine PV-Anlage, die Strom liefert, ist noch keine gesunde Anlage. Thermografie aus der Luft macht sichtbar, was Sichtprüfung und Wechselrichter-Monitoring verborgen bleibt — und das im laufenden Betrieb, ohne eine Minute Einspeiseverlust.

Luftaufnahme einer Photovoltaik-Freiflächenanlage

62446-3

Die Norm DIN IEC/TS 62446-3 (VDE V 0126-23-3) definiert Anforderungen an Messeinrichtungen, Umgebungsbedingungen, Prüfverfahren, Personalqualifikation und Prüfbericht.

Quelle: DIN / VDE

600 W/m²

Mindesteinstrahlung auf Modulebene, die für normkonforme Thermografieaufnahmen gefordert wird — deshalb ist der Termin wetterabhängig.

Quelle: IEC TS 62446-3

im Betrieb

Die Prüfung erfolgt berührungslos aus der Luft. Die Anlage muss nicht abgeschaltet werden und produziert währenddessen weiter.

Quelle: Verfahrensprinzip Thermografie

Ihr Nutzen

Was eine thermografische Prüfung Ihnen konkret bringt.

Nicht jeder Defekt meldet sich. Viele Fehler kosten über Jahre schleichend Ertrag, ohne je eine Störmeldung auszulösen.

Vorteil 01

Kein Stillstand, kein Einspeiseverlust

Die Inspektion erfolgt kontaktlos aus der Luft, während die Anlage läuft. Es braucht weder Abschaltung noch Gerüst oder Kletterarbeiten — bei Dachanlagen entfällt damit auch der Aufwand für Absturzsicherung.

Vorteil 02

Nachweis gegenüber Ihrer Versicherung

Viele Versicherungen verlangen in ihren Vertragsbedingungen den regelmäßigen Nachweis einer fachgerechten Inspektion. Fehlt dieser Nachweis, kann es im Schadensfall zu Leistungskürzungen oder zur vollständigen Verweigerung der Regulierung kommen. Ein dokumentierter Prüfbericht schließt diese Lücke.

Vorteil 03

Fehler, die das Monitoring nicht zeigt

Wechselrichter-Monitoring liefert Summenwerte je String. Ein einzelnes schwaches Modul verschwindet darin. Die Thermografie lokalisiert die betroffene Stelle stattdessen modulgenau — und macht damit auch Fehler sichtbar, die einer reinen Sichtprüfung entgehen.

Vorteil 04

Ein breites Fehlerspektrum in einem Durchgang

Erkennbar werden unter anderem Hotspots, Zellrisse und Zellbrüche, defekte Bypass-Dioden, potenzialinduzierte Degradation (PID), Substring- und String-Ausfälle sowie Teilverschattungen und Verschmutzungen. Auch Anschluss- und Montagefehler zeichnen sich thermisch ab.

Vorteil 05

Große Flächen in kurzer Zeit

Gerade bei großflächigen oder schwer zugänglichen Anlagen spielt der Drohneneinsatz seine Stärke aus: eine schnelle, flächendeckende und vollständig kontaktlose Überprüfung, statt Modul für Modul mit der Handkamera.

Vorteil 06

Der richtige Zeitpunkt — mehr als nur Routine

Besonders sinnvoll ist eine Thermografie bei der Neuabnahme, im Rahmen regelmäßiger Wartung, zur Schadensanalyse und vor Ablauf von Garantiezeiten. Der letzte Punkt wird oft übersehen: Wer erst nach Ablauf prüft, zahlt Mängel selbst, die zuvor noch der Hersteller getragen hätte.

Hintergrund

Was die Norm verlangt — und warum das für Sie relevant ist.

Die thermografische Prüfung von Photovoltaikanlagen ist kein beliebiges Verfahren, sondern normativ beschrieben. Maßgeblich ist DIN IEC/TS 62446-3 (VDE V 0126-23-3), die Anforderungen an Messeinrichtungen, Umgebungsbedingungen, Prüfverfahren, Personalqualifikation und den Prüfbericht definiert.

Für den Betreiber ist das mehr als Formalie: Ein Bericht ist nur dann belastbar, wenn die Bedingungen bei der Aufnahme gestimmt haben. Deshalb ist eine Mindesteinstrahlung von 600 W/m² auf Modulebene gefordert; ergänzend werden geringe Bewölkung und ruhige Windverhältnisse verlangt, um thermische Verwirbelungen zu vermeiden. Ein Wärmebild, das bei bedecktem Himmel entstanden ist, taugt nicht als Nachweis — egal wie gut die Kamera war.

Ebenso wenig genügt eine beliebige Wärmebildkamera. Belastbare Ergebnisse setzen kalibrierte, radiometrische Aufnahmetechnik voraus, bei der jedem Bildpunkt ein echter Temperaturwert zugeordnet ist — nur so lassen sich Temperaturdifferenzen bewerten statt bloß bunte Bilder zu erzeugen.

Neben der Norm gibt es weitere Bezugspunkte: Der VdS-Leitfaden Photovoltaik sowie die VdS 2858 empfehlen regelmäßige thermografische Untersuchungen. Für gewerbliche Anlagenbetreiber kommen die DIN VDE 0105-100 und die Betriebssicherheitsverordnung hinzu, die wiederkehrende Prüfungen technischer Anlagen vorsehen.

Ablauf

Von der Anfrage zum Prüfbericht.

01

Eckdaten & Terminfenster

Sie nennen uns Standort, Größe und Art der Anlage. Vorhandene Anlagenpläne oder Strangbelegungen erleichtern die spätere Zuordnung der Befunde, sind aber keine Voraussetzung.

02

Befliegung bei passendem Wetter

Den Einsatztag stimmen wir auf die Wetterlage ab, damit die geforderte Einstrahlung und ruhige Bedingungen gegeben sind. Die Anlage läuft dabei weiter.

03

Auswertung

Die Aufnahmen werden ausgewertet und thermische Auffälligkeiten klassifiziert — mit Fehlertyp, Lage in der Anlage und Einordnung der Dringlichkeit.

04

Prüfbericht

Sie erhalten die Dokumentation im Kundenportal — als Grundlage für Ihren Solarteur sowie als Nachweis gegenüber Versicherung und Garantiegeber.

Ehrlich eingeordnet

Was diese Leistung leisten kann — und was nicht.

Wir halten es für sinnvoller, Grenzen vorher zu benennen, als hinterher Erwartungen zu enttäuschen.

Das Wetter bestimmt den Termin, nicht der Kalender. Ohne ausreichende Einstrahlung, ruhige Luft und passende Bewölkung entsteht kein aussagekräftiges Wärmebild. Wir verschieben in einem solchen Fall lieber, als einen Bericht zu liefern, der einer Prüfung nicht standhält.

Technik allein reicht nicht. Fehlinterpretationen entstehen in der Praxis häufig durch falsche Messbedingungen oder mangelnde Erfahrung bei der Bewertung von Infrarotbildern. Entscheidend ist die sachkundige Analyse — die Kamera liefert nur die Rohdaten.

Thermografie zeigt Symptome, nicht immer die Ursache. Eine thermische Auffälligkeit belegt, dass an dieser Stelle etwas nicht stimmt. Was genau — Zellschaden, Diodenfehler, Kontaktproblem oder schlicht Verschmutzung — lässt sich oft, aber nicht immer aus dem Bild allein ableiten. Für die abschließende Klärung sind teils ergänzende elektrische Messungen nötig.

Ob eine Prüfung für Sie verpflichtend ist, hängt vom Einzelfall ab. BetrSichV und DIN VDE 0105-100 richten sich an gewerbliche Betreiber, Versicherungsbedingungen unterscheiden sich von Vertrag zu Vertrag. Wir liefern die Inspektion — welche Pflichten und Fristen konkret für Ihre Anlage gelten, klären Sie am besten mit Ihrem Versicherer oder Fachplaner.

Häufige Fragen

Was Anlagenbetreiber uns dazu am häufigsten fragen.

Muss meine Anlage für die Prüfung abgeschaltet werden?

Nein. Die Inspektion erfolgt kontaktlos aus der Luft im laufenden Betrieb — es entstehen weder Stillstand noch Einspeiseverluste. Im Gegenteil: Die Anlage muss sogar unter Last laufen, damit sich thermische Unterschiede überhaupt zeigen.

Wie oft sollte eine Thermografie gemacht werden?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Als sinnvolle Anlässe gelten Neuabnahme, regelmäßige Wartung, Schadensanalyse und der Zeitpunkt vor Ablauf von Garantiezeiten. VdS-Leitfaden und VdS 2858 empfehlen regelmäßige Untersuchungen; ob für Ihre Anlage darüber hinaus eine Prüfpflicht besteht, ergibt sich aus Ihrem Versicherungsvertrag sowie — bei gewerblichem Betrieb — aus BetrSichV und DIN VDE 0105-100.

Brauchen Sie Unterlagen zu meiner Anlage?

Hilfreich, aber nicht zwingend. Anlagenpläne, Schaltdokumente oder Strangbelegungen erleichtern es, Befunde im Bericht präzise zu verorten. Ohne diese Unterlagen ist eine Inspektion ebenfalls möglich.

Welche Wetterbedingungen sind nötig?

Für normkonforme Aufnahmen ist eine Mindesteinstrahlung von 600 W/m² auf Modulebene gefordert, dazu geringe Bewölkung und ruhige Windverhältnisse. Deshalb planen wir den Einsatz anhand der Wetterprognose und behalten uns eine Verschiebung vor, wenn die Bedingungen nicht tragen.

Was genau lässt sich damit finden?

Unter anderem Hotspots, Zellrisse und Zellbrüche, defekte Bypass-Dioden, potenzialinduzierte Degradation (PID), Substring- und String-Ausfälle, Teilverschattungen und Verschmutzungen sowie Anschluss- und Montagefehler. Auch ungleichmäßige Erwärmung, die auf ein Problem im Strang hindeutet, wird sichtbar.

Brauche ich für den Drohnenflug eine Genehmigung?

Für Anlagen außerhalb von Kontrollzonen ist in der Regel keine gesonderte behördliche Genehmigung erforderlich. Liegt Ihre Anlage in einer Kontrollzone — etwa in Flughafennähe —, ist eine Abstimmung mit der zuständigen Stelle nötig; sprechen Sie uns in dem Fall bitte frühzeitig an, damit wir den Aufwand vorher klären.

Quellen

  1. kitawa — Norm DIN EN IEC 62446-3, Versicherungsanforderungen, radiometrische Technik, VdS 2858, DIN VDE 0105-100, BetrSichV — kitawa.de
  2. kitawa, Drohnenthermografie — typische Fehlerbilder und Ursachen von Fehlinterpretationen — kitawa.de
  3. skyzr — DIN IEC/TS 62446-3 (VDE V 0126-23-3): Anforderungen an Messeinrichtungen, Bedingungen, Personalqualifikation und Prüfberichte — skyzr.com
  4. GEO-Drohne — Mindesteinstrahlung 600 W/m² auf Modulebene, Messung vor und während der Befliegung — geo-drohne.de
  5. KPS Prüfservice — sinnvolle Prüfanlässe: Neuabnahme, Wartung, Schadensanalyse, vor Ablauf von Garantiezeiten — kps-gruppe.de
  6. Dronetix — Grenzen des Wechselrichter-Monitorings, Genehmigungsfragen in Kontrollzonen — dronetix.de

Weitere Leistungen

Was wir sonst noch aus der Luft erledigen.

Anfrage

Sprechen wir über Ihre Flächen.

Nennen Sie uns Standort, Größe und Art Ihrer Anlage — wir melden uns mit einer ersten Einschätzung und einem Terminfenster, das zur Wetterlage passt.

Einsatzgebiet

Norddeutschland & angrenzende Regionen