Sicher mähen — und Kitze retten

Rehkitze haben in den ersten Lebenswochen keinen Fluchtreflex: Bei Gefahr drücken sie sich ins Gras, statt wegzulaufen. Vom Schlepper aus sind sie nicht zu sehen. Aus der Luft mit Wärmebild schon — und das gilt als die mit Abstand effektivste Methode.

Rehkitz im hohen Gras einer Wiese

bis 100.000

Rehkitze werden in Deutschland nach Schätzungen jährlich bei Mäharbeiten getötet oder schwer verletzt.

Quelle: Deutsche Wildtier Stiftung

§ 17 TierSchG

Wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet, dem droht Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. Geringere Verstöße gelten als Ordnungswidrigkeit nach § 18.

Quelle: Tierschutzgesetz

24 Stunden

Vorlauf, mit dem der Deutsche Bauernverband empfiehlt, den Mahdtermin mit dem Jagdpächter abzustimmen.

Quelle: Deutscher Bauernverband

Ihr Nutzen

Warum die Drohne für Sie mehr ist als Tierschutz.

Die Verantwortung für Wildtiere auf der Fläche liegt beim Mähenden. Ein dokumentierter Suchflug schützt deshalb nicht nur die Kitze.

Vorteil 01

Erfüllte Sorgfaltspflicht — nachweisbar

Rechtlich ist die für die Mahd verantwortliche Person verpflichtet, die Fläche vor dem Schnitt effizient abzusuchen oder absuchen zu lassen. Ein dokumentierter Suchflug belegt, dass Sie dieser Pflicht nachgekommen sind. Auf Wunsch lässt sich darüber eine Bescheinigung ausstellen.

Vorteil 02

Die wirksamste bekannte Methode

Nach Einschätzung des Bundesministeriums für Landwirtschaft ist die Kombination aus Drohne und Wärmebildtechnik die mit Abstand effektivste Möglichkeit, Rehkitze zu orten und zu retten. Sie findet Kitze zuverlässiger und schneller als andere Suchverfahren.

Vorteil 03

Flächendeckend statt stichprobenhaft

Die Drohne fliegt die Fläche systematisch in Bahnen ab und überträgt das Wärmebild live. Anders als beim Ablaufen mit Helfern bleibt kein Bereich ungesehen — und der Zeitaufwand steht auch bei großen Schlägen in einem vertretbaren Verhältnis.

Vorteil 04

Klarer rechtlicher Rahmen für den Flug

Seit dem 20. November 2024 gilt eine Allgemeinverfügung des Luftfahrt-Bundesamtes: Für landwirtschaftliche und Tierschutzzwecke darf vom sonst geltenden Mindestabstand von 150 Metern zu Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Erholungsgebieten abgewichen werden. Auch Flächen in Ortsnähe sind damit regulär befliegbar.

Vorteil 05

Nicht nur Kitze

Das Wärmebild zeigt alles, was wärmer ist als seine Umgebung. In der Praxis werden neben Rehkitzen auch Hasen und Bodenbrüter erfasst — Tiere, die bei der Mahd ebenfalls gefährdet sind.

Vorteil 06

Abgestimmt mit dem Jagdausübungsberechtigten

Die Kitzsuche ist nach § 1 Abs. 4 BJagdG zugleich Jagdausübung und damit an die Zustimmung des Jagdausübungsberechtigten gebunden. Wir arbeiten in dieser Abstimmung — das erspart Ihnen Diskussionen im Nachhinein.

Hintergrund

Warum es auf die Uhrzeit ankommt.

Rehe setzen ihre Kitze zwischen April und August, mit dem Schwerpunkt in Mai und Juni. Genau in dieses Fenster fällt die erste Mahd. Die Ricke legt ihr Kitz im hohen Gras ab und geht auf Futtersuche; das Kitz bleibt regungslos liegen — ein Verhalten, das gegen Beutegreifer schützt, gegen ein Mähwerk aber nicht.

Die Wärmebildkamera erkennt das Kitz über den Temperaturunterschied zur Umgebung. Genau deshalb ist der Zeitpunkt entscheidend: Geflogen wird in den frühen Morgenstunden, idealerweise vor Sonnenaufgang und bei Temperaturen unter etwa 15 °C. Sobald die Sonne die Wiese aufheizt, schrumpft der Kontrast — und mit ihm die Trefferquote.

Für die Erkennung wird eine Wärmebildkamera mit mindestens 320 Pixel Auflösung eingesetzt, empfohlen sind 640 Pixel. Gefundene Tiere werden als Wegpunkt markiert, damit die Helfer am Boden gezielt hingehen können.

Beim Bergen gilt eine Regel ohne Ausnahme: Kitze werden nur mit Handschuhen und viel Gras angefasst. Nimmt das Kitz menschlichen Geruch an, kann die Ricke es später meiden. Nach der Mahd werden die Tiere möglichst nah am ursprünglichen Fundort wieder freigelassen, an einer Stelle mit ausreichend Deckung.

Dass die Rechtslage kein theoretisches Risiko ist, zeigt ein dokumentierter Fall: Ein Landwirt mähte, obwohl es für eine Drohnensuche wegen der Mittagshitze bereits zu spät war; drei Kitze kamen zu Tode. Das Gericht wertete das Verhalten als fahrlässig — nach Auffassung der Staatsanwaltschaft hätte er einen Tag warten müssen, bis am Morgen ein Drohneneinsatz wieder möglich gewesen wäre. Verhängt wurden 40 Tagessätze zu je 20 Euro.

Ablauf

Wie ein Einsatz abläuft.

01

Fläche anmelden

Sie melden die zu mähende Fläche und Ihren geplanten Mahdtermin an — je früher, desto besser, denn bei passender Witterung wollen viele Betriebe am selben Tag mähen.

02

Suchflug am frühen Morgen

Wir fliegen die Fläche systematisch in Bahnen ab, solange der Temperaturkontrast groß genug ist. Das Wärmebild wird live mitgesehen.

03

Fundstellen sichern

Jeder Fund wird als Wegpunkt markiert. Helfer am Boden bergen das Tier mit Handschuhen und Gras und dokumentieren den Fundort.

04

Freigabe & Nachweis

Sind alle Fundstellen gesichert, erhalten Sie die Freigabe zum Mähen — auf Wunsch mit Bescheinigung über die durchgeführte Absuche.

Ehrlich eingeordnet

Was diese Leistung leisten kann — und was nicht.

Wir halten es für sinnvoller, Grenzen vorher zu benennen, als hinterher Erwartungen zu enttäuschen.

Keine Methode findet garantiert jedes Tier. Die Drohne gilt als das wirksamste verfügbare Verfahren, ist aber keine Vollkaskoversicherung. Bei warmem, sonnigem Wetter erzeugen unter anderem Maulwurfshügel und Kahlstellen falsche Wärmesignaturen und erschweren die Auswertung — ein weiterer Grund, früh am Morgen zu fliegen.

Das Zeitfenster ist eng — und alle wollen hinein. Gesucht wird fast ausschließlich in den frühen Morgenstunden im Mai und Juni. Wenn das Wetter passt, will die halbe Region am selben Tag mähen. Wer kurzfristig anfragt, bekommt womöglich keinen Termin mehr. Melden Sie Ihre Flächen deshalb bitte früh an.

Wir sagen ab, wenn die Bedingungen nicht tragen. Ist es für ein verlässliches Wärmebild zu spät am Tag oder zu warm, ist ein Suchflug kein sinnvoller Nachweis mehr, sondern eine Alibiübung. Der oben geschilderte Gerichtsfall zeigt, worauf es hinausläuft: Im Zweifel ist es richtiger, die Mahd um einen Tag zu verschieben.

Die Zustimmung des Jagdausübungsberechtigten ist nötig. Die Kitzsuche zählt nach § 1 Abs. 4 BJagdG zur Jagdausübung. Wir stimmen uns entsprechend ab — unabhängig davon empfiehlt der Deutsche Bauernverband, den Mahdtermin mindestens 24 Stunden vorher mit dem Jagdpächter zu besprechen. Das sollten Sie ohnehin tun.

Zur Förderung, damit keine falsche Erwartung entsteht: Das Bundeslandwirtschaftsministerium fördert die Anschaffung von Wärmebilddrohnen — 2026 mit insgesamt 2,1 Mio. Euro und bis zu 3.000 Euro je Drohne. Antragsberechtigt sind dabei eingetragene Kreisjagdvereine und Jägervereinigungen, nicht einzelne Landwirte und nicht Dienstleister. Für die Beauftragung eines Suchflugs gibt es daraus keinen Zuschuss.

Häufige Fragen

Was Landwirte und Jagdpächter uns dazu am häufigsten fragen.

Bin ich als Landwirt wirklich verpflichtet, vorher abzusuchen?

Die für die Mahd verantwortliche Person ist verpflichtet, die Fläche vor dem Schnitt effizient abzusuchen oder dafür zu sorgen, dass dies unmittelbar vor den Arbeiten durch Dritte geschieht. Das Tierschutzgesetz stellt die Tötung eines Wirbeltiers ohne vernünftigen Grund unter Strafe (§ 17), geringere Verstöße werden als Ordnungswidrigkeit geahndet (§ 18). Landwirte sind deswegen in der Vergangenheit wiederholt verurteilt worden.

Warum muss der Flug so früh am Morgen stattfinden?

Weil die Wärmebildkamera das Kitz über den Temperaturunterschied zur Umgebung findet. Nur früh morgens — idealerweise vor Sonnenaufgang und bei Temperaturen unter etwa 15 °C — ist dieser Kontrast groß genug. Heizt die Sonne die Wiese auf, sinkt die Trefferquote deutlich, und Störeffekte wie aufgewärmte Maulwurfshügel nehmen zu.

Wie kurzfristig kann ich einen Suchflug bekommen?

Grundsätzlich planen wir kurzfristig in der Saison mit ein. Ehrlich gesagt ist die Kapazität aber genau dann am knappsten, wenn alle sie brauchen: An den ersten schönen Tagen im Mai und Juni will die ganze Region mähen. Wer seine Flächen vorab meldet, hat deutlich bessere Chancen auf einen passenden Termin.

Muss ich den Jagdpächter einbeziehen?

Ja. Die Kitzsuche ist nach § 1 Abs. 4 BJagdG Jagdausübung in Form des Aufsuchens und Fangens von Wild und damit an die Zustimmung des Jagdausübungsberechtigten gebunden. Unabhängig davon empfiehlt der Deutsche Bauernverband, den Mahdtermin mindestens 24 Stunden vorher mit dem Jagdpächter abzustimmen — auch weil Gerichte im Streitfall genau darauf schauen.

Was passiert mit den gefundenen Kitzen?

Sie werden ausschließlich mit Handschuhen und viel Gras angefasst, damit sie keinen menschlichen Geruch annehmen — sonst kann die Ricke sie später meiden. Bis zum Ende der Mahd werden sie gesichert und danach möglichst nah am ursprünglichen Fundort wieder freigelassen, an einer Stelle mit ausreichender Deckung.

Bekomme ich einen Nachweis über die Absuche?

Ja, auf Wunsch stellen wir eine Bescheinigung über die durchgeführte Absuche aus. Dokumentiert werden Fläche, Zeitpunkt und Ergebnis des Suchflugs.

Quellen

  1. Luftfahrt-Bundesamt — Allgemeinverfügung für den Drohneneinsatz im Tierschutz und zur Wildtierrettung, gültig ab 20.11.2024 — lba.de
  2. BMLEH — Drohnenförderung zur Rehkitzrettung; Wärmebilddrohnen als effektivste Möglichkeit zur Ortung — bmleh.de
  3. Wildtierschutz Deutschland — Verantwortung der mähenden Person, Setzzeit, § 17 TierSchG — wildtierschutz-deutschland.de
  4. Jagdrechtsblog (JUNi) — § 17 und § 18 TierSchG, dokumentierter Gerichtsfall mit 40 Tagessätzen à 20 € — jagdrechtsblog.com
  5. BLHV — Empfehlung des Deutschen Bauernverbands zur Abstimmung 24 Stunden vor der Mahd, Temperaturkontrast am Morgen — blhv.de
  6. Kitzrettung-Hilfe — Rehkitzsuche als Jagdausübung nach § 1 Abs. 4 BJagdG — kitzrettung-hilfe.de
  7. skyzr — Auflösung der Wärmebildkamera, Einsatzzeitpunkt, Umgang mit gefundenen Kitzen, Schätzung der Deutschen Wildtier Stiftung — skyzr.com
  8. Holtmann Saaten — Förderprogramm 2026: 2,1 Mio. €, bis zu 3.000 € je Drohne, antragsberechtigt sind Kreisjagdvereine und Jägervereinigungen — holtmann-saaten.de

Weitere Leistungen

Was wir sonst noch aus der Luft erledigen.

Anfrage

Sprechen wir über Ihre Flächen.

Melden Sie uns Ihre Flächen und Ihren geplanten Mahdzeitraum — je früher, desto sicherer bekommen Sie in der Hochsaison einen Morgentermin.

Einsatzgebiet

Norddeutschland & angrenzende Regionen